In einer äußerst raffinierten zirkularen Erzählstruktur, der Anfang des Buches ist zugleich die homogene Fortsetzung des Endes und weist bereits auf ein „blutiges Vorkommnis" hin, schildert eine Frau rückblickend ihre eigenen Erlebnisse im Jahr 2005 in Perus Hauptstadt Lima, gepaart mit immer dichter werdenden Reminiszenzen ihrer Vergangenheit, die sie als Notizen und Fragmente in einem Tagebuch gesammelt und einer Freundin übergeben hat. Diese wiederum lässt sie einem Schriftsteller (Alonso Cueto) zukommen und so liegen sie dem Leser jetzt vor.
Unprätentiös, spartanisch, karg und glasklar die Sprache. Kurze prägnante Sätze ohne Schnörkel und weitschweifende, ausladende Beschreibungen sind das Markenzeichen dieses 1954 in Lima geborenen Peruaners.
Die Handlung ist in jedem Detail luzid, diszipliniert die Erzählhaltung. Cueto betreibt Verknappung auf das Allernotwendigste, jedoch mit ungeheurer Tiefenschärfe und Aussagekraft: Analyse statt Bebilderung, Seziermesser statt Tränendrüse. Der Autor benötigt nur zwei, drei „Bleistiftstriche" um eine Situation zu umreißen und einzugrenzen. Matthias Strobel hat diesen kennzeichnenden Stil vorzüglich aus dem Spanischen ins Deutsche übertragen.
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